Manu&Tobi in anywhere

 

Saturday, June 02, 2007

25/5 Beijing

Eine Genehmigung fuer Tibet zu erhalten scheint ein Ding der Unmoeglichkeit geworden zu sein. Seitdem vor einem Monat vier Amerikaner mit guten Absichten am Mount Everest Base Camp eine Fahne mit "One world, one dream, free Tibet 2008" waehrend der Proben fuer den Fackellauf fuer die Olympiade 2008 praesentierten, sind die Einreisebestimmungen nach Tibet stark verschaerft worden. Im Internet konnten wir nur wenig ueber den Vorfall erfahren, da die meisten Seiten gesperrt sind. Jedenfalls sind die 'Staatsfeinde' inhaftiert worden und werden wohl nicht mehr so schnell ein Visa fuer China bekommen.
Die Reisebueros beharrten darauf, dass man Touren jetzt nur mehr als Gesamtpacket (=Peking ueber Lhasa bis Nepal) buchen kann, keine Permits von verschiedenen Reiseagenturen ordern kann. Ein Permit ist nur fuer Lhasa und einer fuers restliche Tibet. Und die Preise sind horrend: die wollten 700 Euro fuer 7 Tage Tibet. Wir wollten aber schon alleine 5 Tage in Lhasa verbringen, womit uns das alles zu kurz und zu teuer war.
Irgendwie fanden wir eine Telefonnummer einer Agentur in Lhasa selbst, dessen Angestellte uns versicherte, dass alles kein Problem sei, sie uns den Permit fuer Lhasa zufaxen koennen und wir in Lhasa alles weitere besprechen koennen, anscheinend unverbindlich. Der Preis der angebotenen Tour war gerade mal ein Drittel der anderen. Und vor Ort haben wir hoffentlich eher die Moeglichkeit, einen tibetischen Reisefuehrer zu bekommen statt einer zensierten chinesischen Tratsche. So weit so gut.
Zu unserer Ueberraschung wurde die kapputte Speicherkarte von Manu anstandslos ausgetauscht und durch eine andere ersetzt, die besser zu funktionieren scheint. Ohne Probleme, einfach so.
Jetzt mussten wir nur noch aufs Permit warten und konnten dann endlich aus diesem China raus. Klar weiss ich, dass Tibet immer noch zu China gehoert, aber wenn die Chinesen stur die Unabhaengigkeit Taiwans ignorieren (sogar auf derenLandkarten gehoert Taiwan noch dazu), dann kann ich auch umgekehrt die Zugehoerigkeit Tibets zu China boykottieren. Die Chinesen haben sogar die Frechheit, in chinesischen Reisefuehrern (was anderes bekommt man hier auch nicht) von einer 'friedlichen Befreiung Tibets' zu werben - mit 1.2 Millionen toten Tibetern!

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